KölnSkulptur #11
Der Park wurde durch die Privatinitiative des Sammlerehepaares Dr. Michael und Dr. Eleonore Stoffel 1997 ins Leben gerufen und hat national und international große Anerkennung in der Kunstszene und einer breiten Öffentlichkeit gefunden. In Form von Wechselausstellungen wird eine große Bandbreite moderner zeitgenössischer Außenskulptur präsentiert, deren Reputation durch die Ausstellungsreihe »KölnSkulptur« und begleitende Kataloge gefestigt wurde.
Derzeit präsentiert sich der Skulpturenpark Köln zwischen seinen Wechselausstellungen. Es besteht nunmehr die seltene Möglichkeit den Park mit seinen permanent installierten Werken zu erkunden – darunter eine Vielzahl von Leihgaben von der Michael und Eleonore Stoffel Stiftung und von Künstler:innen und Galerien, welche zum Teil schon seit der Eröffnung des Skulpturenpark Köln im Jahre 1997 zu sehen sind.
Der Skulpturenpark Köln feiert im Jahr 2027 mit der kommenden Ausstellung KölnSkulptur #12 sein 30jähriges Bestehen.
»Es ist ein sehr schöner Ort, der einen mit unterschiedlichen Ausformungen der Kunst und Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts konfrontiert. (…) Es geht im weitesten Sinne um die Skulptur, die Skulptur auf der einen Seite als Körper, der in diesem Fall im öffentlichen Raum steht, aber auch insgesamt um Körper, um Organismen in unserer jetzigen Zeit, in einer Zeit der multiplen Krisen, der Herausforderungen und immer wieder auch der Frage: Was sind wir, was macht die Conditio humana des Menschen aus?«
Claudia Dichter in WDR 3 Kultur am Mittag · 21. Juni 2024
Positionen in dieser Ausstellung:
*1963 in New Haven/USA, lebt und arbeitet in New York und Connecticut/USA
Teilnahme an KölnSkulptur # 9, 10, 11
Tom Burr: No Access: cluster one (B, D, E, I, M), 2015/2017
Edelstahl, geschwärzt, poliert, Alucobond, Aluminium
Tom Burr zählt zu den wichtigsten Konzeptkünstlern der Gegenwart. In seinem Werk sind Bezüge zur Ästhetik der Großstadt, zur Subkultur schwulen Lebens, zur Minimal Art und zum avantgardistischen Film erkennbar. Für KölnSkulptur #8 versammelte Burr 26 schwarze Screens in einem von ihm festgelegten Cluster, etwa handballfeldgroßen Areal. Ihre Zahl ergab sich aus dem Alphabet. Nach Ausstellungsende von KölnSkulptur #8 verbleiben die Buchstaben B, D, E, I und M als No Access: cluster one an einer neuen Position im Park. Die Objekte, die speziell für diesen Ort entwickelt wurden, haben an ihren Vorderseiten hochpolierte verdunkelte Spiegel, an ihren Rückseiten ein „X“ aus lackiertem Stahl, das als statisches Behelf für die Konstruktion dient. Unverkennbar bezieht sich Burr mit No Access auf die digitalen Oberflächen unserer Gegenwart. Er nannte das ursprüngliche Ensemble daher auch einen Cluster of 26 Dead Iphones. Schon die Maler im 17. und 18. Jahrhundert verwendeten Rahmen mit Spiegel, (sogenannte „Claude-Gläser“), um einen Ausschnitt für ihre Landschaftsgemälde zu wählen. Burr vergrößert sie zu schlichten, stereometrischen und angsteinflößenden Formen. Verwirrende Spiegelungen sind die Folge und räumlich bizarre Erlebnisse.
*10. April 1932 in Detroit/USA
†23. Mai 1997 in Kairo/Ägypten
Teilnahme an KölnSkulptur # 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
James Lee Byars: Untitled (Sigmund Freud), 1989
Bronze, vergoldet
James Lee Byars begann 1957 seine intensive Auseinandersetzung mit dem Zen-Buddhismus. Seine Erkenntnisse übertrug er in ein künstlerisches Schaffen, das eine Symbiose aus Konzeptkunst, Minimalismus und Fluxus darstellt. Früh versuchte Byars existenzielle Begriffe zur Anschauung zu bringen, die dem Betrachter das Erleben von Stille und Leere ermöglichen sollen. Seine Skulpturen reduzierte Byars auf Formen mit offener Symbolik (Kegel, Kreis, Sichel, Quader), denen er durch Farbgebung in Rot, Gold oder Schwarz eine mystische Dimension hinzufügte. Vollkommenheit, Schönheit und Immaterialität zählen zu den zentralen Begriffen des „Magiers der Stille“.
*1979 in Växjö/Schweden
Teilnahme an KölnSkulptur # 7, 8, 9, 10, 11
Nina Canell: Power (Powerless), 2013
Strommast, Stahlbeton
Die Werke von Nina Canell sind von einer unmittelbaren Fragilität gekennzeichnet, Pflanzen, Kabel, Glas, ja sogar Puder sind verwendete Materialien ihrer Skulpturen. Hinzu kommt Elektrizität, die in Gestalt von Lampen und Leuchtstoffröhren sichtbar wird und in der offenen Struktur ihrer Darstellungsweise immer auch einen Moment der Gefährdung mitschwingen lässt. Mit der großen Installation Power (Powerless) begibt sich Nina Canell – nach einem Beitrag für die Ausstellung Made in Germany in Hannover vor einem Jahr – nun ein zweites Mal in den öffentlichen Außenraum. Für den Skulpturenpark Köln kommt ein ausgedienter Strommast zur Aufstellung, der in seiner Monumentalität und Isolation als einzelner freistehender Mast diesen Zustand des Machtlosen zum Ausdruck bringt. Strommasten sind in der seriellen Reihung vieler Masten bestimmendes Bild einer Industrielandschaft. Das Netz der Versorgung unserer Gesellschaft kommt darin zum Ausdruck. Plötzlich vereinzelt aber wird das Objekt zu einer Metapher des Gegenteils von Energie und Macht. Im Kontext des Parks gewinnt dieser Aspekt jedoch ebenso plötzlich an neuer Bedeutung: Die Skulptur wird zum Inbegriff des Unverbundenen. Aus dem Verbund des Systems isoliert, ist das Objekt Ausdruck eines Ortes, der nicht mehr verbunden ist, der isoliert erscheint und damit zum Abbild einer anderen Welt wird, die hier erzielt werden soll.
*14. Juni 1960 in Ypern/Belgien, lebt und arbeitet in Tournai/Belgien und Berlin/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 8, 9, 10, 11
Edith Dekyndt: The Fences, 2015
Kupferfolie
Edith Dekyndt ist eine belgische Künstlerin, die sich mit flüchtigen und vergänglichen Erscheinungen beschäftigt. In einigen Werken bringt sie Wirkungen von Licht, Wind und Gezeiten zur Anschauung. Skulptur ist für sie lapidarer und leiser Eingriff, nicht markige oder bemächtigende Errichtung. Darum arbeitet sie im Skulpturenpark mit Teilen des Bestands. Sie benutzt die hohen metallischen Gitter der Zugangstore, um darauf Kupferfolie anzubringen. Anfangs leuchten die Tore wie majestätische Gitter, um mit der Zeit mehr und mehr den bläulichen Grünspan der Patina-Oxidation anzunehmen. Dekyndt verdeutlicht uns den Gegensatz von Wert und Verfall, Zeit und Verschwinden, Substanz und Erscheinung.
*29. Mai 1950 in Maribor/Slowenien
Teilnahme an KölnSkulptur # 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Bogomir Ecker: Ohr, 1986
Eisenblech, lackiert
Bogomir Ecker documenta-Teilnehmer und Mitglied der Akademie der Künste Berlin, ist mit Kunst im öffentlichen Raum und kontextbezogenen Skulpturen bzw. Installationen bekannt geworden. Seine Werke zeichnen sich dadurch aus, dass stets naturwissenschaftliche Betrachtungsweisen in sie einfließen. Sie thematisieren Sinneswahrnehmungen und Kommunikation, insbesondere das Sehen und das Hören, und besitzen häufig einen technischen oder apparatartigen Charakter, ohne die Technik um ihrer selbst willen in den Mittelpunkt zu rücken. Sie ist vielmehr das Medium, durch dessen vermeintlichen Wiedererkennungswert der Betrachter dazu gebracht wird, ungewohnte Perspektiven einzunehmen.
*1949 in Istanbul/Türkei, lebt und arbeitet in Berlin/Deutschland und Istanbul/Türkei
Teilnahme an KölnSkulptur # 10, 11
Ayşe Erkmen: Lonesome George, 2020
Bronze
Vierzehn Jahre lebte Lonely George in einem Labor auf Hawaii. Ebenso lange versuchten Wissenschaftler:innen, für die einsamste Schnecke der Welt eine Partnerin zu finden. Mit ihrem Tod starb 2019 die Art Achatinella apexfulva aus. Ayşe Erkmens Lonesome George ist die kleinste Skulptur, die jemals im Skulpturenpark Köln zu sehen war. Erkmen verweist auf das Artensterben und setzt dem Tier, dem im Moment seiner Einzigartigkeit große, aber vergebliche Aufmerksamkeit zuteilwurde, mit ihrer Arbeit ein Denkmal.
Im Laufe von zwei Jahren wurde die kleinste Skulptur im Skulpturenpark Köln von der Platane (Platanus hispanica) eingekapselt und in den Baum eingebettet. Lonesome George existiert weiter, geschützt und unsichtbar im Inneren des Baumes im Skulpturenpark.
Peter Fischli
*8. Juni 1952 in Zürich/Schweiz
David Weiss
*21. Juni 1946 in Zürich/Schweiz, †27. April 2012 ebenda
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Fischli/Weiss: Garten, 1997/1999
Beton und Steine
Stets mit einer Portion Selbstironie und Humor wirkten Peter Fischli und David Weiss seit 1979 als Künstlerduo zusammen und gehörten zu den einflussreichsten zeitgenössischen, multimedial arbeitenden Künstlern der Schweiz. Internationales Aufsehen erregten die Züricher erstmals 1987 auf der documenta 8 durch ihren Film Der Lauf der Dinge. Der Garten gehört in die Reihe der Betonlandschaften, von denen bereits 1984 erste kleinere Versionen entstanden. Krude und archaisch anmutend, scheinen diese Landschaften der Erosion seit Urzeiten ausgesetzt zu sein, dabei handelt es sich doch um ein modernes Material, das – sehr zur Freude der Künstler – lediglich in einem rohen Verarbeitungszustand belassen werden muss, um so alt auszusehen.
*4. August 1971 in Hokkaidō/Japan
Teilnahme an KölnSkulptur # 6, 7, 8, 9, 10, 11
Sou Fujimoto: Garden Gallery, 2011
Beton
Die Garden Gallery von Sou Fujimoto kann als ein neues Wahrzeichen des Skulpturenparks angesehen werden, die architektonische Struktur setzt auf jeden Fall in ihrer Größe und Proportion einen neuen Maßstab für den Park und die in ihm befindlichen Werke der Skulptur. Aus dem Inneren heraus ergeben sich neue Blickachsen, Ausschnitte der Parklandschaft erscheinen als gerahmte Bilder, wie umgekehrt durch den Baum und die Reliefskulptur Rheinwein von Hubert Kiecol der Betrachter in den Innenhof gelockt wird. Die Bodenfläche ist naturbelassen und hält damit das Spannungsverhältnis zwischen Innen- und Außenraum offen. Die Garden Gallery stellt in Bezug auf den Park ein architektonisches Pendant zu dem Stiftungsgebäude dar; das Werk von Sou Fujimoto schafft eine Balance zwischen den dominierenden Bauwerken des Areals. Dieses ist die erste architektonische Struktur von Fujimoto in Europa. Sou Fujimoto hat 2013 den temporären Serpentine Gallery Pavilion in Kensington Gardens/London, gestaltet.
*31. März 1942 in Urbana, Illinois/USA
†19. Februar 2022 in New York/USA
Teilnahme an KölnSkulptur # 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Dan Graham: Greek Cross Labyrinth, 2001
Zweiwegespiegelglas, Edelstahlrahmen, Edelstahllochblech
Nach Tätigkeiten als Journalist, Fotograf, Kunsttheoretiker und Galerist schlug Dan Graham erst Mitte der 1960er Jahre die Laufbahn des bildenden Künstlers ein. Zunächst entwickelte er literarische Arbeiten mit konzeptuellem Hintergrund, dann Filme und Performances und ab 1970 Videoinstallationen, in denen der Betrachter selbst zum Gegenstand seiner Reflexion wurde. Seit der Biennale Venedig 1976 entstanden Außeninstallationen aus Glas- und Spiegeltrennwänden mit komplexen, teilweise isolierenden (Selbst-)Beobachtungseffekten. Die formale Eleganz und inhaltliche Tiefe seiner Arbeiten machen ihn zu einem der wichtigsten Konzeptkünstler der Gegenwart.
*1982 in Warburg/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 7, 8, 9, 10, 11
Lena Henke: The Doors, 2013
UV-Druck auf Kunststoff, Stahl
Die Arbeit von Lena Henke bringt gänzlich ungewöhnliche Materialien in den Skulpturenpark Köln, die sich vom Naturbezug der meisten anderen Werke deutlich absetzen. Edelstahlrahmen und bedruckte Gummimatten sind Motive, die dem städtischen Erfahrungsraum entstammen. Im Park wirken sie wie Zitate aus einer anderen Welt. Die Bildmotive zeigen Graffitis der berühmten Fotografien von George Brassaï, die in der Vergrößerung einerseits wie archaische Wesen erscheinen, andererseits im Fließen der Gummimatten und aufgrund ihrer Wiederholung auch an einen Filmausschnitt denken lassen.
*29. Juli 1950 in Gallipolis, Ohio/USA
Teilnahme an KölnSkulptur # 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Jenny Holzer: Ambition is just …, 1997
Udelfanger Sandstein
Das Werk von Jenny Holzer richtet sich stets an eine breite Öffentlichkeit. 1977 führte sie erste anonyme Plakataktionen mit sogenannten Truisms, Binsenweisheiten und Bekundungen des „gesunden Menschenverstandes“ durch. Andere Medien wie Sitzbänke, Aufkleber oder T-Shirts kamen bald hinzu. 1982 benutzte sie die elektronische Anzeigetafel des Times Square in New York. Mit ihren Arbeiten verfolgt sie das Ziel, Werbe- und Medienbotschaften subversiv zu unterlaufen, indem sie die Seh- und Lesegewohnheiten der Passanten nutzt und mit ihren überraschenden Botschaften konfrontiert. 1990 erhielt sie als erste amerikanische Biennale-Teilnehmerin in Venedig den Goldenen Löwen.
*22. August 1951 in Tsu/Japan
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Leiko Ikemura: Katzenmädchen mit r(h)ein-Blick, 1999
Bronze, Beton
Leiko Ikemura studierte Bildhauerei und Malerei in Spanien und siedelte 1979 nach Zürich, 1985 schließlich nach Köln über. Nach ihren Anfängen mit lebhaften, traumartigen Zeichnungen und Gemälden wandte sie sich 1987 der Skulptur als ihrem zentralen Medium zu. Seither entstehen – zumeist weibliche – Figuren, die zwischen zwei Zuständen oszillieren: Zum einen wirken sie unvollendet, zum anderen in ihrer Entstehung begriffen. In dieser Unbestimmtheit thematisieren sie sowohl die Angst vor dem Verlust kultureller Identität als auch das tiefe Wissen um die menschliche Natur – und sind dabei Grenzgänger und Vermittler zwischen japanischer und abendländischer Kultur.
*12. März 1954 in Mumbai/Indien
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Anish Kapoor: Untitled, 1997
Stahl, poliert
Auf der Biennale Venedig (1990) vertrat Anish Kapoor Großbritannien, und heute zählt er zu den prominentesten Protagonisten der British Sculpture. Das facettenreiche Werk des Turner-Prize-Gewinners von 1991 wird international viel beachtet, auch weil es die spirituellen Traditionen Indiens und die Idee des Sublimen aus der westlichen Kunsttradition vereint. Seit den ersten Skulpturen mit farbigen Pigmenten hat Kapoor immer wieder die Gattungsgrenzen überschritten. Seine Arbeitsweise ist die eines Bildhauers, doch die Themen seiner Skulpturen – Leere, Transformation, Immaterialität, Glaube oder Leidenschaft – gehen weit über Formfragen hinaus und entstammen der Malerei.
*1966 in Hamburg/Germany
Teilnahme an KölnSkulptur # 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Stefan Kern: Ohne Titel (Tribüne), 1996
Aluminium, Lack, Stahl
Mit feiner Ironie stellt Stefan Kern seine Arbeiten in den Grenzbereich von Kunst und Design, von reiner Ästhetik des Objekts und praktischer Verwendbarkeit, und thematisiert auf diese Weise die alte Frage nach der „Funktion“ von Kunst. Formal beziehen sich seine Werke zwar auf Vorbilder wie Donald Judd, Sol LeWitt oder Carl Andre, unterwandern jedoch die stark in der Theorie verhafteten Strategien der Minimal Art, indem Kern die Kunst als „Möblierung“ einer konkreten Nutzung zugänglich macht. Meist handelt es sich um Objekte oder Installationen, z.B. Rednerpult oder Sitzgelegenheit, die einen ausgeprägt kommunikativen und physisch erfahrbaren Charakter besitzen.
*26. Oktober 1950 in Bremen-Blumenthal/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 6, 7, 8, 9, 10, 11
Hubert Kiecol: Rheinwein, 2011
Stahl, pulverbeschichtet
Die Arbeit Rheinwein wurde für die Innenwand der Garden Gallery von Fujimoto geschaffen und stellt mit ihren schwarzen Rahmenelementen einen grafischen Kontrast zur Architektur dar, deren Fenstermotive sie zugleich zitiert. Die Wiedererkennbarkeit des Motives soll eine Verbindung zwischen der Garden Gallery und dem Park herstellen und eine Beziehung über die Dimensionen des Parks hinweg schaffen.
*1979 in Stockholm/Schweden
Teilnahme an KölnSkulptur # 7, 8, 9, 10, 11
Klara Lidén: Harvest Moon, 2013
Eibe (Taxus baccata)
Klara Lidén war 2011 für den Preis der Nationalgalerie in Berlin nominiert. Aus diesem Anlass ist ein Werk für den Außenbereich des Hamburger Bahnhofs entstanden: eine Eibenhecke, zugeschnitten in den Umrissen eines Abfallcontainers. Da sich die Eiben aus Berlin nicht mehr umpflanzen ließen, wurde mit Hilfe eines Kölner Gartenbauunternehmens eine neue Eibenhecke gepflanzt, die das Werk nun in einer zweiten Version vorstellt. An der Stelle befand sich für KölnSkulptur #6 eine Containerskulptur von Sofia Hultén. Nun befindet sich an exakt gleicher Stelle das Werk von Klara Lidén, um mit den Erinnerungen der Besucher:innen zu spielen.
*1974 in Tamaki Makaurau Auckland/ Aotearoa Neuseeland
Teilnahme an KölnSkulptur # 10, 11
Dane Mitchell: Post hoc, 2019/2020
Zwei Funkzellen-Kiefern-Bäume, jeweils bestehend aus: verzinktem Stahl, Baustahl, Aluminium, Plastik, Antenne, Festplatte, Mesh Netzwerk, MP3-Player, Verstärker, Lautsprecher und elektrischen Komponenten
Dane Mitchell hat mit einer Firma zusammengearbeitet, die Telekommunikationstürme aus gefälschten Bäumen herstellt, die weltweit von der Telekommunikations- und Überwachungsindustrie zur Tarnung von Technologie in der Landschaft verwendet werden. Diese Bäume dienen dem Künstler zur Verkündung und Aufzählung verlorener, ausgestorbener und verschwundener Entitäten und Phänomene (circa 260 Kategorien). Die Verlustlisten wurden vom Künstler selbst zusammengestellt. Das Vorlesen dieser Listen wird von einer elektronischen Stimme gesprochen, dauert mehr als sechs Monate und kann von den beiden Bäumen im Park gehört werden oder über das von den Mobilfunkbäumen erzeugte Wi-Fi Netzwerk. Post hoc wirft einen Blick auf die Implikationen des Verschwindens. Um dem Netz beizutreten, wählen Sie das Posthoc-Netz aus, öffnen einen Browser und geben posthoc.co ein.
*1963 in Havanna/Kuba
Teilnahme an KölnSkulptur # 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Jorge Pardo: Tomatensuppe, 1997
Plexiglas, Eisen, Lack
Charakteristisch für die Arbeitsweise von Jorge Pardo ist das Ausloten von Gestaltungsmöglichkeiten im Grenzbereich von Kunst und Architektur, von Design und Skulptur, von Alltagstauglichkeit und ästhetischer Autonomie. Souverän bewegt sich der Künstler, der heute in Los Angeles und New York lebt, zwischen den Gattungen. Seine Objekte, Installationen und Gemälde scheinen bekannt, sie beziehen den Betrachter mit ein und eröffnen doch ein weites Assoziationsfeld. Ob sie an Readymades, Designobjekte oder Architektur-Skulptur denken lassen: Pardo stellt die Frage nach dem Kunstcharakter seiner Werke, indem er den Alltag in seine Kunst integriert, in schönen Farben, „sehr kühl, überhaupt nicht emotional“.
*1975 in Nqutu/Südafrika
Teilnahme an KölnSkulptur # 6, 7, 8, 9, 10, 11
Mandla Reuter: Der Park, 2011
Platanus hispanica
Mandla Reuter hat in den Park einen Baum gepflanzt und dem Werk den Titel Der Park gegeben. Was wie eine Tautologie erscheint, ist auf den zweiten Blick die verbildlichte Frage nach dem Ursprung des Parks, ob er zuerst da war, oder dieser Baum, der dem Betrachter in der Mitte eines Weges begegnet. Diese Platane eröffnet uns im magritt’schen Sinn die Frage nach der Sichtweise auf die Wirklichkeit.
*30. September 1938 in Düsseldorf/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
*12. Januar 1979 in Velden/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Michael Sailstorfer: Hoher Besuch – Köln, 2009
Helikopter, Farbe, Elektromotor
Auf dem Dach des Gebäudes der Stiftung Skulpturenpark Köln ist ein Hubschrauber gelandet. Doch woher kommt dieser Helikopter? Wo will er hin und wer ist damit geflogen? Hoher Besuch – Köln heißt die Skulptur von Michael Sailstorfer, eine französische SE 3160 Alouette 111, bei der das Triebwerk durch einen geräuschlosen Elektromotor ersetzt, die Außenhülle weiß und die Fenster schwarz gestrichen wurden. Zu besonderen Anlässen kann der Rotor des Hubschraubers aktiviert werden und dreht sich nahezu geräuschlos wie in einem Vakuum. Das Fehlen des Lärms, den man eigentlich erwarten würde, zielt darauf ab, eine Stimmung zu schaffen, die filmisch ist und an stumme Rückblenden oder Träume denken lässt. Es befremdet den Betrachter, indem es ein „Woanders“ evoziert, das unerklärlicherweise ganz gegenwärtig ist. Wie viele Arbeiten von Michael Sailstorfer befindet sich auch Hoher Besuch in einem Zustand der Unbestimmtheit. Die Skulptur nutzt das elementare Gefühl der Verunsicherung, das den meisten sogenannten bedeutsamen Ereignissen des Lebens zugrunde liegt, und lenkt unseren Fokus auf den fließenden, permanenten Übergang, dem alle Dinge unausweichlich unterworfen sind.
*16. November 1954 in Oldenburg/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 6, 7, 8, 9, 10, 11
Thomas Schütte: Weinende Frau, 2011
Bronze, patiniert, Ziegelsteine
Die Bronzeskulptur Weinende Frau ist zugleich eine Brunnenfigur, die für diesen Standort geschaffen wurde, bzw. der Standort wurde mit seinem Mauerwerk für dieses Relief geschaffen. Auf einer kleinen Anhöhe in einem geschützten Winkel des Parks wird der Betrachter mit dem Motiv einer intimen Situation, dem Weinen, konfrontiert. Man kann diese Brunnenfigur, die auch aus ihrem Mund Wasser speit, als Wasserspender und die abstrakte Gesichtsphysiognomie als ein Motiv melancholischen Humors ansehen, das dem Betrachter auf seinem Weg durch den Park hier begegnet.
*1959 in Meppen/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Andreas Slominski: Der Parkplatz, 2007
Pflastersteine, Sand, Schotter
Warum sind die Dinge, wie sie sind? Diese Frage führt geradewegs zum Der Parkplatz von Andreas Slominski. Die auch hier offensichtliche Sparsamkeit der Mittel war schon charakteristisch für frühere Werke des zweimaligen Biennale-Teilnehmers. Nun kommt dieser Parkplatz hinterlistig schlicht daher, beinahe aberwitzig angesichts des umständlichen Werkprozesses. Denn die Pflasterung wurde zunächst nur am Rand ausgeführt, um dann, während ein Auto über der offenen Fläche parkte, von einem unter dem Auto liegenden Pflasterer geschlossen zu werden. Doch die Absurdität, die seine Arbeiten – wie seine Tierfallen – in Verbindung mit ihren Titeln besitzen, verweist letztlich auf die Frage „Was ist Kunst?“, die auch seine Installationen und Performances – nicht ohne Ironie – stellen.
*11. Februar 1937 in Volterra/Italien; †1. Januar 2018 in Mailand/Italien
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Mauro Staccioli: Untitled, 1999
Stahl, lackiert, beschichtet
Seit 1968 arbeitet Mauro Staccioli als Bildhauer. Seine Formensprache kann als minimalistisch bezeichnet werden, doch im Unterschied zum Minimalismus mit seiner Konzentration auf Material und Form bezieht Staccioli darüber hinaus den räumlichen Kontext der Skulptur als gleichwertigen Aspekt seiner Arbeit mit in den Schaffensprozess ein. Konsequenterweise hat sich dabei eine Arbeitsweise herausgebildet, die überwiegend ortsabhängig ist. Dadurch haftet seinen Werken auch weniger die Strenge der objektivistischen Materialuntersuchungen der Minimal Art an, sondern sie transportieren bei aller Klarheit der Formen die subjektive Interpretation einer räumlichen Situation.
*18. September 1933 in Shanghai/China
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Mark di Suvero: Racine du Naos, 1996
Stahl, lackiert
Während die Holzskulpturen der späten 1950er-Jahre des amerikanischen Bildhauers Mark di Suvero noch vom Konstruktivismus beeinflusst waren, entstanden ab 1964 expressive raumgreifende Außenskulpturen aus Stahlträgern und -elementen. Trotz der Schwere ihrer Materialität vermitteln seine Arbeiten eine räumliche Dynamik, in der die kinetische Kunst und der Abstrakte Expressionismus miteinander zu verschmelzen scheinen. Die Werke von Mark di Suvero sind in den Sammlungen der wichtigsten internationalen Museen vertreten, und mit weit über 100 Großskulpturen auf öffentlichen Plätzen in aller Welt prägt sein Werk wie kein zweites das Gesicht der Plastik des Abstrakten Expressionismus.
*13. November 1952 in Schwerte/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Rosemarie Trockel: L’Arc de Triomphe (Der armselige Baum/Die Zuwenignis), 2006
Zwei hängende Atlaszedern, Aluminium
Die Künstlerin verfolgt mit ihren Bildern, Zeichnungen und Kleinplastiken sowie Skulpturen und Objekten, Installationen und Videoarbeiten, die sie in Ausstellungen zu übergreifenden Konzeptionen kombiniert, medial grenzüberschreitende Strategien. Gegensätzliche Elemente wie die (lebendigen) Bäume und die (tote) metallene Nase integriert Rosemarie Trockel räumlich und inhaltlich in ein irritierendes Ensemble. Erotische Konnotationen, Anspielungen auf die Position des modernen Künstlers, die ironisch-spielerische Verbindung von Bildhauerei und Gartenkunst: L’Arc de Triomphe geht über die Nivellierung der Schwelle zwischen Natur und Kunst weit hinaus.
*8. Mai 1957 in Köln/Deutschland
†6. März 2006 in Hürth/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Simon Ungers: Monolith, 1999
Plexiglas, Stahl, Leuchtstoffröhren
Simon Ungers studierte in den Jahren 1975 bis 1980 Architektur an der Cornell University in Ithaca, New York. Als Architekt wurde er international bekannt mit der Realisation des T-House (zusammen mit Tom Kinslow), einem skulptural anmutenden Privathaus aus Cortenstahl und dem Cube-House aus Betonstein. Als Künstler widmete er sich minimalistischen (Licht-)Installationen und Skulpturen, die unter Einbeziehung des jeweiligen Raums entstanden. 1995 gewann er den Wettbewerb zum – nicht ausgeführten – Holocaust-Denkmal in Berlin. Ungers hatte Lehraufträge an der Harvard University, an der Cornell University und an der University of Maryland. Er lebte und arbeitete in New York und Köln.
*20. April 1941 in Château-Arnoux/Frankreich
Teilnahme an KölnSkulptur # 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Bernar Venet: Four Arcs of 235,5°, 1999
Stahl, lackiert
Zentrales Charakteristikum der großformatigen Stahlskulpturen von Bernar Venet ist die Dynamik, die nach den Gesetzen strikt rationaler Logik zu einer spezifischen Ästhetik führt. Die igne déterminée ist das strukturbildende Element und wurde als gebogener Stahlbarren von einfachen Bögen in den 1980er Jahren zu mehrteiligen Bogenensembles entwickelt. Der Titel Four Arcs of 235,5° beschreibt nichts weiter als das Sichtbare: vier Bögen bzw. Kreissegmente, die jeweils 235,5° eines vollständigen Kreises abdecken. Doch im Zusammenspiel der Segmente entsteht der Anschein einer unruheartigen Bewegung der tonnenschweren Elemente.
*2. Juni 1960 in Cully/Schweiz
Teilnahme an KölnSkulptur # 6, 7, 8, 9, 10, 11
Bernard Voïta: Green Memories, 2011
Stahl, lackiert
Bernard Voïta hat in diesem Park einen geheimnisvollen Ort geschaffen, was schon im Titel Green Memories zum Ausdruck kommt. Die Skulptur selbst erzählt nicht von diesen Erinnerungen sie ist nur für die Gedankenwelt des Künstlers damit aufgeladen. Das Werk ist eine miniaturisierte Nachahmung eines öffentlichen Pissoirs, wie es in Paris vorkommt. Hier an dieser Stelle im unmittelbaren Grenzbereich zur verkehrsreichen Riehler Straße außerhalb des Parks gelegen, eröffnet die Betrachtung diese Ambivalenz eines privaten Ortes im Kontext des romantischen Parkgeländes und im Kontrast zum öffentlichen Stadtraum.
*1960 in New York/USA, lebt und arbeitet in Paris/Frankreich
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Paul Wallach: Ring-Around, 1999
Weißer Zement
Paul Wallach ist vor allem bekannt für seine kleinen abstrakten Skulpturen aus empfindlichen Materialien wie Gips, rostigem Metall oder Treibholz, die allerdings nie frei im Raum stehen, sondern an Stellen installiert werden, die nur selten als Präsentationsorte für Kunstwerke dienen. Die Skulptur und ihr Ort kreieren einen „Zwischenraum“ – und werden, wie bei diesem von Wallach ausgewählten Baum und dem Ring-Around, ein Ganzes. Dabei entsteht immer eine diffizile wechselseitige Beziehung, in die der Betrachter als weiterer Dialogpartner einbezogen wird. Auf diese Weise erhält der den Skulpturen zugrunde liegende Minimalismus eine menschliche Dimension.
*1958 in Bocholt/Deutschland
Teilnahme an KölnSkulptur # 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Martin Willing: Quadratschichtung, zweiachsig, wachsend, 1999/2000
Titan, wasserstrahlgeschnitten, geschweißt, gestrahlt
In wissenschaftlicher Genauigkeit und Systematik erkundet Martin Willing kinetische Fragestellungen und Schwingungsvorgänge im Raum. So entstehen Skulpturen aus geometrisch exakten, geformten Metallstäben und -bändern (bevorzugt aus Titan, Stahl, Duraluminium), die gegen die Schwerkraft vorgespannt sind. Dabei entwickeln sie eine spezifische Eigendynamik zwischen Statik und Bewegung. Inzwischen schneidet der ausgebildete Physiker aus dem Vollmetall heraus, die geschlossene Form wird auf diese Weise geöffnet und in Schwingung versetzt. Kinetische Monumentalfreiplastiken wie die Quadratschichtung besetzen in seinem Werk aufgrund ihrer komplizierten Berechnungen und aufwändigen Konstruktion eine Solitärposition.
*1988 in Guangdong/China, lebt und arbeitet in Hongkong/China
Teilnahme an KölnSkulptur # 10, 11
Trevor Yeung: Two Reliers, 2020
Ginkgo biloba, Straßenlaterne, Gusseisen, Glas, LED-Pflanzenlampe
In Two Reliers von Trevor Yeung geht ein junger Ginkgobaum ein enges Verhältnis mit einer kleinen Straßenlaterne ein, die mit einer pink leuchtenden LED-Lampe ausgestattet ist. Sie dient dem Bäumchen als physische Stütze. Zugleich fördert sie nachts sein Wachstum. Der kulturelle Fortschritt hat die Natur in ein Abhängigkeitsverhältnis zum Menschen gebracht. Trevor Yeungs Arbeit kann als kritischer Kommentar, aber auch als intime Geste der Versöhnung von Mensch und Natur gedeutet werden.
*30. April 1958 in Mauthen/Österreich
Teilnahme an KölnSkulptur # 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11
Heimo Zobernig: Spartakus Catering, 1998/2001
Aluminium, Beton, Biertische und Bierbänke
Heimo Zobernig gehört zu einer Generation von Künstlerinnen und Künstlern, die formale, narrative und rezeptive Bedeutungsebenen im „System Kunst“ einer skeptischen Überprüfung unterziehen. Seine Werke entstehen in Abhängigkeit von und im Zusammenspiel mit ihrem Ort, und aus einer intendierten Inhaltslosigkeit erwächst ein sowohl selbstreferenzielles als auch offenes Bedeutungsgeflecht mit zahlreichen Verweisen. Der österreichische Künstler seziert und analysiert Phänomene fast naturwissenschaftlich und präsentiert deren Bausteine, nicht ohne Humor, in neuen Konstellationen, so z.B. auf der documenta 9 und 10 oder auf der Biennale Venedig 2001.
Übersichtsplan
Hier können Sie sich den Parkplan herunterladen, der Ihnen eine Übersicht über alle gezeigten Werke gibt.


































































































































